Kein Spaß ohne Alkohol? Ein kleines Manifest.

Was ist eigentlich mit meiner Generation los? Die Tage wurde ich wieder einmal (unfreiwillig) Beteiligter einer Diskussion darüber, wieviel manche meiner Zeitgenossen auf Parties saufen müssen, um Spaß zu haben. Und dann kommt man in die Situation, in der man erklärt, dass man selbst eigentlich nicht viel trinkt – und bekommt das Gefühl, sich innerhalb der Runde sogar noch dafür rechtfertigen zu müssen. Bevor nun die ersten Einwände kommen… ja – auch ich hatte auch schon einen zuviel hinter der Binde. Aber das waren sehr seltene Einzelfälle. Ich gehöre nicht zu denen, die sich bereits freitags direkt nach der Arbeit zum Vorglühen treffen um schon halb-breit in den Club rennen und sich dort endgültig die Kante geben. Und nein, ich verstehe es auch nicht, wie man es cool finden kann, auf dem Oktoberfest von den Mädels der “Promille-Polizei” mit 2,0 gemessen zu werden. Und keine fünf Minuten später hinters Zelt zu reihern. Spaß sieht bei mir persönlich anders aus. Und dennoch gibt es leider irgendwie immer mehr meiner Altersgenossen, die die Qualität eines Abends nach Zeitpunkt und Länge ihres Filmrisses definieren. Ähnlich ist es im Übrigen auch mit dem Rauchen – die “Zigarettenpause” hat wohl die “Kaffeepause” als soziales Element inzwischen abgelöst.

Es ist mir in diesem Sinne auch herzlich egal, ob ich dafür schief angeschaut oder als Spaßbremse tituliert werde. Ich habe auch so genügend Blödsinn im Kopf, den ich ausleben kann. 😉

Um eines klarzustellen: Ich will hier nicht den Genuß von alkoholischen Getränken per se verteufeln. Gerne trinke ich auch mal ein Bier, einen Glühwein oder Ähnliches. Aber man sollte wissen, wo seine Grenzen liegen. Mal ganz abgesehen davon, dass mir mein Geld zu schade ist, um es für Kotzen und Kater auszugeben. Da weiß ich Besseres damit anzustellen. Aber offensichtlich hat sich im Bewusstsein mancher Leute die Einstellung verankert, dass es nicht möglich ist, unterhalb von 1,5 Promille Spaß zu haben. Interessanterweise habe ich auch ohne Vollrausch meistens genügend davon. Vor allem kann ich mich am nächsten Tag noch daran erinnern. Und ich kenne einige, denen das auch so geht. Allerdings bin ich den Hobbytrinkern ab & an auch dankbar: Denn es gibt manchmal nichts Lustigeres, als mit vollem Bewusstsein zu beobachten, wie sich eben diese dann mit Spaß und Freude vor allen anderen mit ihren Aktionen zum Vollhorst machen. Probiert es mal aus – es lohnt sich! 🙂

3 thoughts on “Kein Spaß ohne Alkohol? Ein kleines Manifest.

  1. Das ist doch nal ein Artikel, der mir absolut gefällt. Gerade weil es mir auch so geht. Ja, auch ich habe mir schon einige Male die Birne zugeknallt in den letzten Jahren. Mit dem Ergebnis, dass es mir natürlich am nächsten Tag gar nicht gut ging. Aus Fehlern lernt man und ich hatte auch keinen Bock mehr mit dem Strom zu schwimmen. Um meinen Spaß zu haben, brauche ich keinen Alkohol, ja, man staune, wenn andere schon das zehnte Bier intus haben, schlürfe ich genüsslich meinen Kaffee oder ein anderes nicht alkoholisches Getränk. Lustig sein und Spaß haben geht bei mir auf jeden Fall ohne Sprit. Außerdem fahre ich wahnsinnig gerne Auto(!), schon aus diesem Grund ist Alk ein Tabuthema für mich.
    Was mich auch nervt, sind dann Fragen, warum ich keinen Alkohol trinke, ob ich ein Abhängigkeitsproblem hätte und nicht trinken darf. Hammer, ich trinke nicht, weil ich es nicht brauche und werde doch glatt als trockener Alkoholiker abgestempelt.

  2. Cleo

    Ich bin auch so ne Quatschbirne. Muss das echt mit Alkohol sein? noee ich trinke auch keinen. Und nu frag ich mich wieso sollte sich jemand irgendwie rechtfertigen müssen weil er KEINEN Alkohol trinkt. Wenn dann ehr umgekehrt-aber ich frag ja auch niemand WARUM er Alkohol trink- so nun nu geh ich trotzdem auf die Juchee und morgen früh muss sich der Kater ne andere Katerin als mich suchen….

  3. Flecky

    @Cleo: Das ist leider der aktuelle Zeitgeist – willkommen im 21. Jahrhundert, in dem schon 13-jährige als Hobbies “Rumgammeln und saufen” angeben. 🙁 Aber zumindest gut zu wissen, dass es doch auch noch Ausnahmen gibt! 😉

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