Goodbye, my captain!

Heute morgen erreichte mich die traurige Nachricht vom Tode einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler. Robin Williams hat mich über viele Jahre zum Lachen und zum Weinen gebracht, fasziniert und gerührt – und oftmals aufs Neue überrascht. Er war der Verwandlungskünstler in Mrs. Doubtfire, der Galgenhumorist in Good Morning Vietnam, das Kind im Manne in Jack, der ewig Junggebliebene in Hook, der Psychopath in One Hour Photo. Kaum ein Schauspieler, der so wandlungsfähig war, wie er, der die unterschiedlichsten Charaktere überzeugend auf die Leinwand brachte.

Aber vor allem war er derjenige, der mich ermutigte, meinen eigenen Weg zu gehen, auch aus alteingesessenen und festgefahrenen Lebensweisen auszubrechen. Meine eigenen Gedanken zu machen, wo ich eigentlich hin will. 1989 war Robin Williams der Internatslehrer John Keating. Ein Verfechter selbstbestimmtem Denkens in der patriarchalischen Welt der frühen amerikanischen Fifties. Im Club der toten Dichter ermutigte er zu eigenständigem Denken und Handeln, Traditionen zu hinterfragen – und sich auf die wahren Werte zu besinnen:

“And medicine, law, business, engineering, these are noble pursuits and necessary to sustain life. But poetry, beauty, romance, love, these are what we stay alive for.”

In diesem Sinne war der Club der toten Dichter vermutlich der Film, der mich am meisten prägte. Und zusammen mit all jenen anderen, die heute größtenteils schon Klassiker sind, war und ist Robin Williams und seine Kunst Teil meines Lebens.

Aber mit Robin Willams ging nicht nur ein großer Schauspieler, sondern auch ein engagierter Mensch. Er unterstützte zahlreiche Hilfsprojekte wie z.B. die Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International oder die AIDS-Hilfe. Und machte darum kein riesiges Aufsehen, wie viele seiner Kollegen. Ein großartiger Mensch verlässt die Bühne.

Und so stelle ich mich nun auch für einen letzten Gruß auf den Tisch:

Thank you, Mr. Williams – may you rest in peace! Goodbye, my captain!