Zum Thema Webdomains…

Seit heute gestattet die Denic auch URL’s mit weniger als drei Buchstaben vor dem .de, ebenfalls solche, die nur aus Zahlen bestehen. Die Regelung, welche dies bisher ausschloß, bestand seit 1993 und wurde mit technischen Problemen begründet. Einzig die Deutsche Bahn und drei weitere Unternehmen besaßen 2-Zeichen-URL’s, da diese bereits vor 1993 registriert wurden.

Dies jedoch nur am Rande, denn der WDR veröffentlicht in einem Bericht zu dem Thema folgende Passage:

Um sich eine bestimmte Domain zu sichern, müssen sich Interessenten sputen. Denn wer sich beim Denic seine Wunschadresse als Erster reservieren lässt, bekommt sie auch. Allerdings nur, wenn die Regeln des Markenrechts gewahrt bleiben. Wer sich zum Beispiel die Adresse bp.de sichert, wird sie wohl wieder abgeben müssen: an den gleichnamigen Energiekonzern.

Hier zeigt sich wieder einmal der große Schwachpunkt des deutschen Internet- und Markenrechts. Wie schon vor Jahren beim Shell-Prozess, werden Großfirmen und Markeninhaber immer noch bevorzugt. Nehmen wir einmal an, es gäbe einen Menschen namens Bernd Paul, der sich seine Initialen BP als Webseiten-Adresse registrieren ließe… dieser müsste die Domain auf Antrag des Erdölkonzerns unverzüglich an diesen abgeben – und würde im Regelfall sogar noch auf Schadensersatz verklagt! Dabei besitzen große Unternehmen wie dieses i.d.R. eigene Marketing- und Kommunikationsabteilungen, deren Aufgabe es sein sollte, Domains für das Unternehmen rechtzeitig zu reservieren. Jedes Unternehmen, das dies heute verpennt, ist meiner Ansicht nach selbst schuld und sollte keinerlei Recht haben, diese Domain einzuklagen! Schon gar nicht, wenn ein direkter Bezug zwischen URL und Erstbesitzer herzustellen ist. Bei jedem anderen gilt, wer zuerst registriert, erhält die Domain. Bei dieser Regelung sollte es auch für Firmen – trotz Lobby – keine Ausnahme geben.