Zum Thema ‘SaaS’

Ausgehend von einer Diskussion, die ich kürzlich im Büro mit einem Kollegen führen durfte, hier mal ein paar Gedanken zum Modell SaaS (Software as a Service):

Das Grundprinzip ist das folgende: Die Software liegt nicht mehr auf der lokalen Festplatte, sondern wird zentral auf dem Rechner/Server des Anbieters gehostet. Der Endbenutzer sorgt dann nur noch für einen Onlinezugang zum Server und eine Nutzungslizenz. Davon versprechen sich viele eine wartungsfreiere Anwendung, da der Anbieter die Software zentral updaten und pflegen kann. Im Grunde kein schlechter Ansatz, da kosten- und zeitintensive Kundenbesuche wegfallen. Eine eigene IT-Abteilung im Unternehmen, die das Programm betreut, kann so auch oft eingespart werden.

Aber: Man verlässt sich wieder einmal auf viele Unsicherheitsfaktoren… angefangen bei der Datenleitung / Onlineverbindung. Wenn diese gekappt ist, kann man möglicherweise nicht mehr auf seine Daten zugreifen, im schlimmsten Fall ist der komplette Geschäftsbetrieb bis zur Behebung lahmgelegt. Ähnliches gilt in noch schlimmerem Ausmaß für einen großflächtigen Serverausfall beim Hoster. Hier können dann gleich alle bis mehrere Kunden gleichzeitig betroffen sein.

Nicht zu vergessen und gerade in der Diskussion: die Datensicherheit. Wer z.B. eine Kundendatenverwaltung oder ähnliches auf SaaS-Basis nutzt, muss sich im Klaren darüber sein, dass der Anbieter mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Zugriff auf die unternehmens- und kundenbezogenen Daten hat. Ein sehr hohes Maß an Vertrauen ist da vorausgesetzt – doch können wir das nach den jüngsten Vorfällen überhaupt noch haben?

Und schlußendlich kann eine Stärke auch zur Schwäche werden: Hat das Unternehmen bereits eine EDV-Abteilung kann diese bei auftretenden Fehlern nicht mehr versuchen, diese selbst zu beheben, es muss immer der Anbieter eingeschaltet werden – zumeist mit entsprechender Wartezeit.

Und was machen die Privatkunden? Für die sieht das natürlich ganz anders aus? Die freuen sich, dass sie sich um nichts mehr kümmern müssen – und dass ihre knapp bemessene Festplatte im heimischen PC nicht mehr mit Unmengen an Programmdaten belastet ist. Probleme könnte außer den persönlichen Daten nur der generierte Traffic machen, sofern keine Flatrate vorhanden ist.

Mein persönliches Fazit: Solange noch keine Methoden zur garantiert sicheren Datenübertragung vorhanden ist, auch mit dem Schutz, dass der Anbieter keinen Zugang dazu hat, sollte auf SaaS wenn möglich verzichtet werden. Gleiches gilt, wenn der Zugang zum Server nicht gewährleistet werden kann.
Den größten Anwenungsbereich von SaaS sehe ich derzeit noch im unempflindlichen Privatkundenbereich, hier kann das ganze auch noch ausreichend getestet und weiterentwickelt werden, bis es Marktreife für Businesskunden erreicht hat.