Porsche – das tragische Ende einer Erfolgsgeschichte

Wendelin Wiedeking räumt mit sofortiger Wirkung seinen Schreibtisch bei Porsche, der Wüstenstaat Katar steigt mit ein – und mittelfristig gesehen wird Porsche als zehnte Marke in den VW Konzern eingegliedert (Quelle: Tagesschau). Im internen Machtkampf hat sich nun also Ferdinand Piëch voll durchgesetzt – und ist damit gleich seinen härtesten Konkurrenten losgeworden. Doch was heisst das nun für Porsche an sich – und was heisst das für Stuttgart? Wendelin Wiedeking war stolz auf die Produktion, die größtenteils in Deutschland stattfand, er war als Vorstandsvorsitzender gut angesehen, genoß einen hervorragenden Ruf – auch bei den Mitarbeitern. Seine Unternehmensführung ließ Porsche wachsen, er führte die Firma Anfang der 90er aus dem Dilemma wieder in florierende Absatzzahlen. Nicht umsonst wurden ihm zahlreiche Managerpreise verliehen. Und nun muss er als Bauernopfer für etwas herhalten, für das er nur bedingt etwas kann: Die Pläne zur Übernahme von VW trugen viele andere mit – und die Absatzkrise auf dem Automarkt war in der Größenordnung nicht vorherzusehen.

Wenn Porsche in den VW Konzern wandert, hat das Konsequenzen: Die Verwaltung wird wohl nach Wolfsburg verlegt – und langfristig gesehen ein Großteil der Produktion ins Ausland. Damit verlieren in Stuttgart Hunderte Menschen ihren Arbeitsplatz und die Stadt eine Menge an Steuereinnahmen. Eine Schlappe für Baden-Württembergs Ministerpräsident Günter Oettinger und natürlich ein Riesen Imagegewinn für seinen niedersächsischen Amtskollegen Christian Wulff, der sich schon früh auf die Seite Piëchs schlug.

Und eine Frage bleibt auch noch: Was geschieht mit dem Image von Porsche innerhalb des VW Konzerns? Porsche verbindet man nicht nur mit Stuttgart, sondern auch mit Qualität, mit kompromissloser Sportlichkeit. Dies sind Eigenschaften, die einem bei VW nicht sofort in den Sinn kommen. Wollen Käufer einen Porsche, produced by VW? Die Zeit wird es zeigen.

Ich für meinen Teil werde nachher auf dem Heimweg, der mich am Porscheplatz vorbei führt, Wendelin Wiedeking salutieren – der vermutlich gerade seine Kartons packt. Er hat es verdient.