Onlinespiele als Kundenbindungsinstrument

Um aus den Millionen verschiedener Internetseiten herauszustechen, muss man seinen Besuchern etwas bieten, das sie dazu veranlasst, immer wieder zu kommen. Eine weitverbreitete Variante sind Newssysteme, die den Gästen regelmäßig Neuigkeiten und damit veränderte Inhalte bieten, was den Rezeptor Neugier vieler Menschen anspricht. Der Anspruch, immer auf dem Neuesten zu bleiben und zu wissen, was los ist sorgt dafür.

Eine andere Möglichkeit sind kleine Onlinespiele. Aus eigener Erfahrung habe ich gelernt, dass sich diese in der Welt der Internetnutzer einer konstant hohen Beliebtheit erfreuen. Bereits im Jahr 2003 testete ich dies und baute auf fleckyhome.de ein kleines Spaceshooter-Spiel auf Java-Basis ein – mit dem Effekt, dass Freunde und Bekannte, sowie auch neue Gäste öfters wiederkamen, um dieses zu spielen. Eine Highscoreliste verstärkte den Anreiz (“andere können sehen, wie gut ich bin…”).

Einen Schritt weiter ging nun das Webangebot der Zeitschrift NEON, einem Ableger des Stern. Ihre technisch und gestalterisch doch etwas nicht ganz gelungene Präsenz erweiterten die Onlineredakteure zuletzt um das Spiel “Auszeit”. Bei dieser Mischung aus Denk- und Strategiespiel kann man gegen andere Nutzer der Seite spielen und sich in der Rangliste weiter nach oben arbeiten. Per e-Mail wird man regelmäßig über neue Spielherausforderungen benachrichtigt und damit immer wieder auf die Seite gelockt. Seit der Einführung von “Auszeit” stieg die Nutzerzahl von Neon Online deutlich an.

Genau dies könnte interessant für Webanbieter sein – oder auch für Werbekunden dieser. Auch Besucher, die über Onlinespiele auf die Page gelockt werden, können Werbeclicks generieren. Wichtig ist allerdings, dass nicht nur blind kopiert wird, oder billige 08/15-Spiele angeboten werden. Ein schlichtes Tetris wird wohl kaum jemand mehr vom Hocker reißen. Vielmehr gilt es, kreativ zu sein… und oft findet man auch eine Möglichkeit, sein Unternehmen mit Logos oder einer Botschaft in das Game einzubauen, welches der Kunde dann quasi “spielend wahrnimmt”.