Musikperlen des Jahres 2016

2016. Ein seltsames Jahr irgendwie. Gefühlt ist die Welt gepflegt aus den Fugen geraten – und viele große Namen verschwanden von der Bildfläche. Auch musiktechnisch fand ich die vergangenen 12 Monate wieder ein bisschen dünn – für gute Songs musste man ziemlich suchen. Doch dann gab es die ein oder andere Neuerscheinung von altbekannten Liebgewonnenen… und – Spotify sei Dank – auch ein paar Neuentdeckungen. In diesem Sinne gibts hier meine gewohnt subjektive Jahresliste. Und damit: Guten Rutsch euch allen, auf ein besseres 2017.

 

1. Liedfett – “Gib mir dein Finger”

Na, da ham die Akustik-Rocker von Liedfett mal wieder ein schickes Brett abgeliefert. Um es mit den Worten von Musikmanie zu sagen: “Angetrunkener Gute-Laune-Ohrwurm”. Passt. Und in Folge die Dauerrotation bei mir dieses Jahr.

 

2. Ledinsky – “DonaldTrumpMakesMeWannaSmokeCrack”

Was haben wir uns verwundert-schockiert die Augen gerieben nach dieser US-Wahlnacht. Viel wurde geredet und geschrieben über den Wahlsieg Donald Trumps. Ein gesungenes Statement gibts von Ledinsky – nämlich den ausgestreckten Mittelfinger in Richtung des cholerischen Populisten mit der seltsamen Frisur.

 

3. Cuisine Ominös – “Wildgänsehaut”

Mein guter Freund Melvin, sonst mit Schnaps im Silbersee unterwegs, hat sich seinen Kollegen Philip Omlor geschnappt und ist mit im als Cuisine Ominös singend durch einige Bars und das Heimstudio getingelt. Heraus kam mit “Serviervorschlag” eine Halb Live / Halb-Studio Platte mit Tiefgang, Entertainment – und dem Drang nach Freiheit.

 

4. Disturbed – “The Sound Of Silence (live)”

Aus der Rubrik “Klassiker neu aufgelegt”. Die Metalband Disturbed packt sich den All-Time-Evergreen von Simon & Garfunkel und haucht ihm einen ganz neuen Charakter ein. In der Live-Version aus der US-Talkshow “Conan” kommt der gänsehautbildende Stimmumfang des Sängers David Draiman noch besser zur Geltung als auf dem Album-Track.

 

5. Red Hot Chili Peppers – “Dark Necessities”

Die Alternative Rocker der RHCP meldeten sich dieses Jahr auch zurück. Die erste Singleauskopplung aus dem Album “The Getaway” mit charakteristischer Bassline und jeder Menge Funk im Blut fetzt gepflegt.

 

6. Die Höchste Eisenbahn – “Stern”

Francesco Wilking von Tele und Moritz Krämer riefen 2011 ihr gemeinsames Projekt Die Höchste Eisenbahn ins Leben. Dieses Jahr legte das Duo ihr zweites Album “Wer bringt mich jetzt zu den Anderen” vor. Gewohnt demonstrativ schnodderig und mit viel Wortspielakrobatik – und definitiv keine leichte Platte. Mein Highlight: das tendenziell leicht melancholische “Stern”.
 

7. Simon & Jan – “Karnickelkotzen”

Was machen einsame Menschen den ganzen Tag im Web? Sie sammeln virtuelle Freunde und schauen Mist auf YouTube. Das Musikkabarett-Duo Simon & Jan aus Oldenburg schildert das Phänomen Realitätskompensation Internet sehr anschaulich.

 

8. AaRON – “We Cut The Night”

Diese Nummer hatte ich im Sommmer das erste Mal im Hochschulradio Stuttgart gehört. Sehr angenehm groovender Electro-Pop. Macht Laune!
 

9. Julian Philipp David – “Herbst”

Nochmal was aus der Singer-Songwriter Ecke… wenn es im Herbst dunkler und nasser wird, greifen gerne Melancholie und Sehnsucht um sich. Und obwohl ich eigentlich Herbst-Fan bin, hab ich mich dieses Jahr gerne davon anstecken lassen.

 

10. POL1Z1STENS0HN (Jan Böhmermann) – “Blasserdünnerjunge macht sein Job”

Hey Deutschrapszene und Möchtegerngangster: Wie fühlt es sich an, wenn ein TV-Komiker bessere Bretter abliefert als ihr? Jan Böhmermann lässt sein Jahr Revue passieren und versäumt dabei selbstverständlich nicht, sich selbst zu preisen. Und ganz nebenbei rechnet der “Asi mit Abi” auch noch mit der deutschen Medienlandschaft ab. Neben #Schmähkritik und #Verafake ist vor allem das Video zum Song eins der ganz großen Streiche des blassen dünnen Jungen.

 

Und jetzt viel Spaß beim Musikgenuss, wie immer per Spotify Playlist! :)



 

Beitragsbild: CC-BY-SA Andree Kröger