Ein Yeah für den fairen Wahlkampf.

Flashmobs findet man selten in den seriösen Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Fernsehkanäle. Doch die neueste Version dieses Phänomens hat es tatsächlich dorthin geschafft. Plötzlich werden Wahlkampfauftritte der Kanzlerin Angela Merkel von wiederholenden “Yeah!’s” begleitet, nach beinahe jedem ihrer Sätze. Auffällig ist die hohe Beteiligung von Mitgliedern der Piratenpartei – in der ich selbst auch bin. Nun gab es vor wenigen Wochen den Vorfall, dass unionsnahe Organisationen im Wahlkampf gezielt Piratenplakate überklebten – und die Wellen schlugen hoch. Man sprach von gezielten Angriffen gegen die Piraten, was ja durchaus auch gerechtfertigt war. Allerdings stellen sich Teile jener Bewegung nun auf Veranstaltungen der CDU und stören diese ihrerseits massiv. Ist das denn fairer Wahlkampf? Spontane Äußerung des Unmuts oder der Zustimmung sind bei Kundgebungen ja durchaus Usus – provokante Aktionen wie diese jedoch nicht. Ich sehe diese Yeah-Flashmob-Aktion als eher kontraproduktiv für den bisher doch sehr einfallsreichen Wahlkampf der Piraten. Erstens fallen wir dadurch potentiellen Wählern als notorische Störer ins Auge und zweitens wirken wir keineswegs mehr glaubwürdig, wenn wir einen gleichberechtigten Wahlkampf fordern – in dem man auch uns zuhört. Und Banner bzw. Fahnen schwenken erzeugt auch Aufmerksamkeit… mit weniger Krach.