Abzocke im Namen des Umweltschutzes

Berlin hat es getan. Freiburg hat es getan, Karlsruhe auch. Und Stuttgart wird es noch tun. Gemeinsam mit vielen anderen Städten und Gemeinden innerhalb Deutschlands werden Fahrzeuge, die keine gelbe oder grüne Umweltplakette erhalten, von den Straßen verbannt. Grund genug für die Arbeitsgruppe Bauen und Verkehr der Piratenpartei, sich mal mit Vertretern der Arbeitsgruppe Umwelt zusammenzusetzen und sich über dieses Thema auszutauschen. Und wieder einmal wurde mir die Sinnlosigkeit dieses Klebers auf der Scheibe bewusst. Denn erstens wird der Großteil des herumfliegenden Feinstaubs gar nicht von den Autos ausgestoßen, sondern von Industrieanlagen. Zweitens entsteht Feinstaub bei Kraftfahrzeugen hauptsächlich beim Abrieb von Kupplungen und Bremsen – weniger durch die Abgase. Und drittens spielen auch die geographischen und städtebauliche Aspekte eine Rolle… denn in zugebauten Straßenschluchten oder Kessellagen (wie z.B. Stuttgart) sammelt sich der Feinstaub logischerweise eher.

Mit diesem Wissen ist zu hinterfragen, ob es Bürgern zuzumuten ist, innerhalb dieser doch sehr kurzen Frist, ihr Auto gegen ein neues mit grüner Plakette einzutauschen. Viele können sich das nicht leisten, und Ausnahmegenehmigungen geben die Kommunen größtenteils nur sich selbst. In diesem Sinne bleibt für mich von der Umweltplakette nur ein Schwall blinder Aktionismus… und pro zugeklebter Windschutzscheibe 5 Euro für den klammen Stadtsäckel. Otto Normalfahrer hat den Schaden und die Umwelt, um die es doch eigentlich gehen sollte, hat davon nicht wirklich was.